CAPITOL in neuem Glanz - Vom schönsten Kinosaal in Mannheim zum attraktiven Event-Haus der Region

 

Das Capitol ist nach über 90 bewegten Jahren nicht mehr aus der Stadt und der Region wegzudenken. Nachdem Thorsten Riehle das damals stillgelegte Kino vor über 20 Jahren aus seinem trostlosen Dasein erweckte, strahlt es inzwischen auf die ganze Metropolregion Rhein-Neckar aus. Mit viel Leidenschaft schufen Riehle und seine Mitstreiter aus dem alten Capitol-Kino ein Live- und Eventhaus, das jährlich rund 130.000 Menschen bei über 400 Veranstaltungen Unterhaltung bietet. 700 Besucher nehmen in diesem Haus Platz auf bequemen Sesseln. Unbestuhlt fasst das Capitol gut 1.200 Gäste. Mit der Theaterbühne im Casablanca hat das Haus ein Kindertheater mit Platz für 90 Große und Kleine Gäste geschaffen. Darüber hinaus hat man im Casino die Möglichkeit Club Konzerte und Comedy Abende in Pub Atmosphäre mit maximal 110 Gästen zu veranstalten. Konzerte und Music Shows, Comedy und Kabarett, Parties, Unternehmensfeiern und Firmenpräsentationen, Literatur und ab und zu auch Politik, beleben das denkmalgeschützte Haus in der Waldhofstraße.  Das ergibt ein abwechslungsreiches Programm, das das Capitol gemeinsam mit vielen Partnern bietet.

Neuer Glanz im alten Haus

Der Weg zur Rundum Sanierung begann schon lange vor der ersten Maßnahme. Zum 1. Januar 2017 übernahm die Kulturstiftung Capitol Mannheim das alte Kino in der Waldhofstraße 2. Schon vor dem Kauf gab es den großen Wunsch, das Haus zu sanieren und zu modernisieren. 20 Jahre lang wurde das Capitol von Thorsten Riehle und seinen Mitarbeitern als Mieter genutzt, weiterentwickelt und zu einer wichtigen kulturellen Säule in der Metropolregion Rhein-Neckar ausgebaut. So kam der Schritt, eine Komplettsanierung und einen Umbau zu wagen, nicht plötzlich, sondern war die logische Konsequenz aus jahrelanger Arbeit in der Immobilie. Die Zeit in der Veranstaltungsbranche steht nicht still und viele Produktionen haben hohe technische Anforderungen, die ein Veranstaltungshaus erfüllen muss, um als Spielstätte attraktiv zu bleiben. Diesen Standard galt es zu verwirklichen ohne den einmaligen Charme des Hauses zu verlieren. Der Umbau und die damit einhergehende Sanierung starteten später als erhofft. So blieb allerdings genug Zeit für eine gründliche Vorbereitung und Planung. Der Startschuss fiel knapp eineinhalb Jahre nach dem Kauf im Mai 2018. Wochenlange digitale Vermessungen des gesamten Gebäudes und eine enge Begleitung durch die Denkmalschutzbehörde, die die Suche nach der originären Farbigkeit unterstützte, waren vorausgegangen. Auch ein neues Brandschutzkonzept musste ausgearbeitet werden und so waren die Rahmenbedingungen abgesteckt und die Arbeiten konnten starten. Der neue Fluchtwegplan machte eine zusätzliche Öffnung im Saal notwendig. Aber warum aus der Not keine Tugend machen: diese neue Tür eröffnet zusätzlich einen einfacheren Zugang für die Produktionen, die Technik und Bühnenteile in das Capitol bringen zu können. Diese erste Baumaßnahme fand noch während des regulären Spielbetriebs statt und ließ die Vorfreude auf die Ertüchtigung, des in die Jahre gekommenen Hauses, steigen. Über den Baufortschritt wurde ab diesem Zeitpunkt über den Baublog auf Facebook berichtet, der alle Interessierte fast täglich mit Neuigkeiten über den Baufortschritt informierte. Neue Vorschriften hatten zur Folge, dass Plätze im Parkett wegfallen mussten. 

Eigentlich ist der Bedarf in den letzten Jahren aber stetig gestiegen und grundsätzlich zu gering vorhanden. So wurde eine der alten Logen geöffnet und für das Publikum freigegeben. Entstanden sind Premiumplätze, die bei Stehplatzkonzerten für Rollstuhlfahrer genutzt werden können und eine gute Sicht versprechen. Die Kapazität des Hauses steigt nun (bei bestuhlten Veranstaltungen) von 661 auf 699 Plätze. Ein Herzstück des Hauses, die “Sarotti Theke” im Foyer, war ebenfalls in die Jahre gekommen und musste weichen. Hier zeigt sich für die Besucher wohl am eindrücklichsten, dass das Haus auf den neuesten technischen Stand gebracht wurde. Arbeitsvorgänge konnten optimiert werden und garantieren in Zukunft beste Voraussetzungen für einen perfekten Veranstaltungsabend. Den Charme des Hauses erhalten ist aber auch hier oberstes Gebot – der Sarotti Schriftzug bleibt! Parallel dazu wurden die Messingelemente, die überall im Haus verbaut sind und in den letzten 90 Jahren eine Menge Patina angesetzt haben, aufgearbeitet und poliert. Die ersten Wochen der Umbauphase waren geprägt vom Abriss. So wurde die Bühnentechnik im Capitol komplett ausgebaut, überall Schlitze gefräst und Kabel verlegt. Was nahezu nach Zerstörung aussieht, wird im Nachhinein eine optische Aufwertung bringen, da sämtliche Kabel unter Putz verlaufen. Im Rahmen der Vorbereitungen stieß der Malermeister Steffen Gugenberger auf ein weiteres Kino, welches von Capitol Architekt Paul Darius in derselben Zeit gebaut wurde: im Gegensatz zum Capitol ist das Kino in Schramberg im Schwarzwald noch nahezu im originären Zustand und so konnten sich Thorsten Riehle und sein Team ein Bild machen, wie die “alte Dame” wohl einmal ausgestaltet war. Einige Elemente, wie Messingtürbeschläge und Messinglettern als Leitsystem haben den Weg zurück ins Haus gefunden. Mit der Spenden- Kampagne „Glanz in die Hütte“ kamen rund 7.000 Euro für die Umsetzung an Spenden zusammen.

Auch vor der Bühnentechnik machte die Sanierung keinen Halt. Die Türme auf den beiden Bühnenseiten wurden entfernt und endlich kann, nach 20 Jahren, die komplette Bühne bespielt werden. Licht und Ton finden einen neuen Platz auf der neu installierten Traverse, die dank statischer Feinarbeit freischwebend wirkt und deutlich vor der Bühne platziert werden konnte. Für die Produktionen wird so die Einleuchtung damit viel einfacher und die technischen Möglichkeiten perfektioniert. Das war ein wichtiger Schritt, um konkurrenzfähig zu bleiben und auch technisch anspruchsvollere Produktionen durchführen zu können. Die neue Traverse kann Material im Gesamtgewicht von 5 Tonnen tragen. Auch die Saalbeleuchtung wurde erneuert und so strahlen nicht nur die Darsteller auf der Bühne, sondern vor, zwischen und nach der Show auch die Architektur in neuem Glanz. Einige Dinge sind erst im Zuge der Sanierung zu Tage getreten, so z.B. Öffnungen, die in den vielen Jahren des Spielbetriebs verschlossen waren. Einige davon wurden wieder hergestellt: so sorgen neue Fenster auf der Empore ab sofort für eine bessere Belüftung. Auch an Details wurde geschliffen: die Inneneinrichtung wurde an die vorgegebene Architektur angepasst, Flyer- und Magazinhalter erneuert. Für das Besucherauge unsichtbar sind die Backstageräume in denen natürlich ebenfalls Sanierungsmaßdurchgeführt wurden. Diese wurden auf den neuesten Stand gebracht und sorgen für Wohlfühlatmosphäre auch hinter den Kulissen. Als abschließende Arbeiten wurde noch ein Aufzug vom Keller vor die Bühne und eine neue Lüftungsanlage installiert. Kaum vorstellbar, aber das Capitol ist nach dem Umbau noch mehr Ort zum Verweilen und für alle Capitol- Mitarbeiter natürlich der schönste Arbeitsplatz der Welt geworden. Das Team freut sich weiterhin auf neugierige Besucher, strahlende Augen und fantastische Veranstaltungen- jetzt gut gerüstet für die Zukunft!

Die Geschicke vom Sarotti-Mohr im politisch korrekten Deutschland des 21. Jahrhunderts

Die Geschichte ist nun schon alt, die Brisanz aber immer noch aktuell: Das über 100 Jahre alte Logo vom Sarotti-Mohr prangt seit Jahrzehnten über der Sarotti-Bar im altehrwürdigen Capitol. Nun erhitzten sich daran die Gemüter. Ein dunkelhäutiger Mensch sei da in eindeutig devoter Haltung zu sehen, wie er die Weißen bedient, glaubte man zu erkennen.. “Rassismus!”- schrien die selbsternannten Gralshüter der deutsche Obermoral und vermuteten gar eine Sklaven-Verherrlichung. Nun ja, man kann dem Capitol sicherlich keinen Rassismus vorwerfen, hing dieses einzigartige Kleinod uralter Werbetechnik da ja schon lange, bevor SPD-Stadtrat und Menschenfreund in alle Richtungen, Thorsten Riehle und sein Team das Haus übernahmen. Aber die ganze Gewalt neudeutscher Selbstgeißelung und politisch (über-) korrekter Interpretation eines Firmenlogos, brach über das Capitol unbarmherzig herein. Im Internet, auf der Bühne und in der Presse wurde das Thema zerredet, analysiert, auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Das Capitol zeigte sich stets offen für alle Anfeindungen und natürlich auch den Problemlösungsvorschlägen, aber die “Rassismus”-Rufe verhallten nicht. Nach langen Diskussionsrunden und viel Hohn, Spott und Aggression gegenüber dem Capitol, hat man sich nun zu einer künstlersichen Umsetzung eines “Verbots der Zurschaustellung” entschieden, an der Verpackungskünstler Christo seine wahre Freude hätte. Abnehmen wollte man das traditionsreiche Emblem nicht, zeigen aber weiterhin auch nicht. Also verhüllt man es nun an den Aktionstagen zum Thema Rassismus, sodass nur die äußere Form zu erkennen ist. Das sieht ein bisschen so aus, als wäre im Capitol alles für einen Um- bzw. Auszug gepackt, aber Capitol-Chef Thorsten Riehle und Haus-Regisseur Georg Veit, zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis, schließlich wil man auch bei den größten Absurditäten in unserem Land niemandem auf die Füße treten- auch nicht den Liebhabern feinster Schokolade von Sarotti... 

Was treibt der “Political Correctness”-Wahn in diesem Land für seltsame Blüten, denn die Forderungen der Sarotti-Gegner, das Logo abzuhängen, haben trotzdem nicht aufgehört. Im Gegenteil, sie wollen, dass das Wort “Mohr” auch aus  allen Straßen- und Firmennamen verschwindet. Arm sind nun die Menschen dran, die tatsächlich so heißen und nun per Dikat der “politisch Korrekten” zu Rassisten erklärt werden... Wie weit wird das wohl noch getrieben...?

“Verhüllen, was scheint - zeigen, was ist”

Capitol-Chef Thorsten Riehle und künstlerischer Leiter Georg Veit über die Mohren-Verhüllung

Thorsten Riehle: “Der Weg, den wir im Umgang mit diesem Thema eingeschlagen haben, ist sicherlich nicht der einfachste. Trotzdem sind wir der Meinung, dass es der richtige ist. Das Capitol ist ein offenes Haus, frei von Diskriminierung und Wertung. So wollen wir bei unseren Veranstaltungen für jeden ein Ort sein, an den er gerne kommt und verweilt. Wir haben uns nie gescheut Stellung zu beziehen. So auch zur Kritik an der Sarotti-Leuchtschrift-reklame im Foyer. Wir dokumentieren die Diskussion mit allen Beiträgen auf unserer Homepage und suchen auch einen Weg direkt ins Gespräch zu kommen. Deshalb veranstalten wir seit 2019 im Frühjahr Aktionstage zum Thema Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft und suchen nun auch noch einen künstlerischen Umgang mit der Anlage selbst. Wir sind der Überzeugung, so mit allen im Gespräch bleiben zu können, um Offenheit und Verständnis für die Meinungen der anderen zu erreichen.”

Georg Veith: “Nach unserer Entscheidung, die Werbeanlage nicht abzuhängen, haben wir das Gespräch mit verschiedenen Künstlern, Grafikern, Illustratoren und Theatermachern gesucht. Die Aufgabenstellung war, die Anlage künstlerisch so zu verändern, dass es den Austausch darüber bereichert bzw. die Betrachter anregt, weiter über das Thema zu reflektieren. Dieser Austausch hat eine ganz andere Sichtweise ergeben, die weniger an aktuellen und kurzfristigen Reaktionen orientiert ist, vielmehr den Blick und die Horizonte langfristig verschiebt. Die Entwürfe, die daraus entstanden sind, werden wir in den nächsten Jahren immer während der Aktionstage zeigen. Darüber hinaus bleiben wir mit verschiedenen darstellenden und performativen Künstlern im Gespräch, um diesen Aspekt der Debatte ebenfalls weiterzuführen.”