Neue Ausstellung im TECHNOSEUM zum Thema Energie eröffnet

LTA Energie S

(thh) Energiewende, Klimaschutz und E-Mobilität werden derzeit ebenso intensiv wie kontrovers diskutiert. Sie zeigen, wie grundlegend sich die Energieversorgung in den letzten 150 Jahren gewandelt hat und in den nächsten Jahrzehnten wandeln wird. Dabei ist die flächendeckende Elektrifizierung der Haushalte in Deutschland noch gar nicht so lange her. Hier setzt die Energie-Ausstellung an, die ab dem 17. Juni 2020 im TECHNOSEUM zu sehen ist. In diesem neuen Bereich in der Dauerausstellung kann man die Geschichte der Energieversorgung von den ersten Luftheizungen bis zu den Brennstoffzellen von heute verfolgen. Es gibt Informationen über Wirkungsgrad und Energiespeicher, und die Besucher können auch selbst Spannung halten und Energie tanken: So kann man an interaktiven Stationen das eigene Smartphone per Kurbel laden, Temperaturunterschiede mit der Wärmebildkamera beobachten oder an einer Videowand erfahren, wie Energie in ihren vielen Formen jede Facette unseres Alltags prägt – vom Fahrrad über die Glühbirne bis zum Lautsprecher.

In der Schau sind nicht nur historische Staubsauger, Bügeleisen und Kochherde zu sehen, sondern auch ein acht Meter hoher Strommast, eine Dampfturbine und die 112 Jahre alte und noch funktionstüchtige Dampfmaschine des Museums. Sie war einst an einen Generator gekoppelt, der die erzeugte Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandelte, und nimmt mit der Eröffnung dieses neuen Ausstellungsbereichs den regelmäßigen Vorführbetrieb wieder auf. Nicht fehlen dürfen kuriose Objekte wie ein Krawattenbügler aus den 1950er Jahren oder das von Konrad Adenauer erfundene, von innen beleuchtete Stopf-Ei. Ein zentrales Thema ist der gesellschaftliche Wandel: So entstehen im Zuge der industriellen Revolution neue Berufsbilder wie das des Maschinisten. Und als ab den 1950er Jahren Haushaltsgeräte zunehmend elektrisch wurden und die Hausarbeit weniger Zeit beanspruchte, konnte so manche Hausfrau noch zusätzlich einem Beruf nachgehen. Indirekt trug das auch zur Emanzipation bei. Die dunkle Seite des Energiehungers darf in der gesamten Erzählung aber nicht fehlen. So zeigt die Ausstellung auch, wie sich die stetig ausweitende Energieerzeugung aus fossilen Energiequellen auf Klima und Umwelt auswirkt. Sinnbild dafür ist als Exponat ein vom sauren Regen zerfressenes Ziertürmchen des Ulmer Münsters.


Vom Erzeuger zum Konsumenten
“Strom kommt aus der Steckdose!”, so die allgemeine Wahrnehmung. „An die allzeit verfügbare Energie haben wir uns bereits so gewöhnt, dass auch das Bewusstsein für den damit verbundenen Aufwand größtenteils verloren gegangen ist“, erklärt Kurator Dr. Daniel Römer. „Dabei verbraucht man für eine Tasse heißen Kaffee in etwa genauso viel Energie wie für gut drei Stunden Beleuchtung mit einer 10-Watt-Lampe.
Eine zentrale Aussage der Ausstellung ist deshalb auch: Wärmeerzeugung ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energiewende in Deutschland, denn hier gibt es die größten Einsparpotenziale.“ Besonders eindrücklich lässt sich das an mehreren Mitmach-Stationen in der Schau nachvollziehen. Die Besucherinnen und Besucher können sich unter anderem auf ein Fahrrad setzen, in die Pedale treten und per Generator und Tauchsieder ein Glas Wasser aufwärmen. Oder es zumindest versuchen, denn: Um den Strom zu erzeugen, der hierfür nötig wäre, müsste man sich tagelang abstrampeln. An weiteren Stationen wiederum erfährt man, was es mit der so genannten grauen Energie auf sich hat und wie genau der Energiekonsum jedes Einzelnen schon heute erfasst wird – Smart Home und intelligenten Stromzählern sei Dank.

 

Historisch und interaktiv
Mit der Energie-Ausstellung ist die umfassende Neugestaltung der Ebene F im TECHNOSEUM abgeschlossen, die 2011 mit der Einrichtung der Mitmach-Ausstellung Elementa 3 begonnen hatte. Gestalterisch knüpft der neue Abschnitt deshalb an die in den Jahren zuvor fertiggestellten Ausstellungsbereiche zum Automobilbau und zur Mediengeschichte an, mit mehreren hell gestrichenen Themenhäusern, die um eine Art Marktplatz herum angeordnet sind. „Die Neugestaltung der größten Ebene in unserem Haus war ein Kraftakt, der sich über fast ein Jahrzehnt hingezogen hat. Wir bleiben bei unserer bewährten Mischung aus historischen Objekten und interaktiven Angeboten und präsentieren das uns alle betreffende Thema Energie damit nicht nur zeitgemäß, sondern gehen auch auf die hochaktuellen Diskussionen rund um die Energieversorgung der Zukunft ein“, so Museumsdirektor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke.

Partner aus der Wirtschaft
Möglich wurde die Ausstellung durch eine enge Wirtschaftspartnerschaft mit dem TÜV SÜD und dem Mannheimer Energieunternehmen MVV. MVV-Technikvorstand Dr. Hansjörg Roll: „Als aktiver Vorreiter der Energiewende liegt uns der bewusste und effiziente Umgang mit Energie am Herzen. Unser Unternehmen beschäftigt sich mit vielen Themen, die auch in der Ausstellung gezeigt werden, wie etwa die erneuerbaren Energien, Versorgungssicherheit und Energieeffizienz. Als langjähriger Partner des TECHNOSEUM freuen wir uns sehr darüber, die Ausstellung zu unterstützen, die die Geschichte der Energieversorgung näher beleuchtet und gleichzeitig einen Einblick in das nachhaltige Energiesystem der Zukunft mit erneuerbaren Energien und innovativen Technologien gibt, an dem wir Tag für Tag arbeiten.“
Wie die zuverlässige und klimafreundliche Energieversorgung künftig aussieht, und was jeder Einzelne dazu beitragen kann, dass der weltweite Energiehunger nicht länger auf Kosten des Klimas geht, auch dazu können sich die Ausstellungsbesucher informieren und ihre Schlüsse ziehen – und auf dem Weg ins Büro statt des Autos vielleicht doch mal das Fahrrad nehmen.

Dauerausstellung ab sofort im TECHNOSEUM zu sehen.