MEDICUS - die Macht des Wissens: Ausstellung in Speyer

 

Medicus – Die Macht des Wissens ist eine Ausstellung rund um das Thema Medizin- angefangen bei den Ägyptern vor 5000 Jahren, bis in die heutige Zeit. Inspiriert durch den Roman von Noah Gordons, in dem die Welt der Bader und Quacksalber, in der der junge Rob Cole, der Held des Erfolgsromans „Der Medicus“, aufwächst, im Vordergrund. Sein Wunsch, kranke Menschen zu heilen und sein Verlangen nach Erkenntnis, fü̈hren ihn von Europa in den Orient, wo er durch die dort ansässigen Gelehrten auf das medizinische Wissen der Antike trifft. Bezugnehmend auf diese mitreißende Erzählung, deren Verfilmung im Jahr 2013 Millionen Menschen begeisterte, zeigt das Historische Museum der Pfalz Speyer bis zum 21. Juni 2020 eine einzigartige kulturhistorische Schau zur Geschichte der Medizin.

Die Sonderausstellung nutzt den literarischen Zugang, um die komplexe und faszinierende Entwicklung des medizinischen Fortschritts in fesselnder Weise zu vermitteln. Sie begibt sich auf eine Zeitreise vom Altertum bis zur Gegenwart, in deren Mittelpunkt der existentielle Wunsch nach Gesundheit und Heilung steht. Eindrucksvoll schildert die Ausstellung anhand einzigartiger Objekte den Wandel der Behandlungsmethoden ausgehend von antiken Kulturen in Ägypten, Mesopotamien, Griechenland und Rom über das Mittelalter mit seinen Klöstern, Universitäten und Apotheken bis hin zur Frü̈hen Neuzeit, die den anatomischen Durchbruch brachte. Auf der Suche nach Erkenntnis spielt das unterschiedliche Verständnis von Medizin, Krankheit, Heilung und Glaube in den verschiedenen Kulturen eine zentrale Rolle. Erstmals ü̈berhaupt sind in einer Ausstellung medizingeschichtliche Fundstü̈cke aus mehr als 5.000 Jahren in einem Kontext zusammengefü̈hrt. Zu den mehr als 500 faszinierenden Objekten und sehenswerten Fundkomplexen zählen prachtvoll ausgestattete Handschriften, die das Wissen ihrer Zeit ü̈berliefern ebenso wie ausgefeilte Instrumentarien römischer Ärztinnen oder Schröpfköpfe und Klistiere mittelalterlicher Bader. Ein beeindruckendes Zeugnis altägyptischer Kunst ist die ü̈berlebensgroße Figur der Göttin Sachmet, die Schutz vor Krankheiten bringen sollte. Während mesopotamische Tontafeln jahrtausendealte Rezepte ü̈berliefern, steht die „Gläserne Frau“ fü̈r das Wissen der Moderne. Zu den 50 namhaften Leihgebern aus dem In- und Ausland zählen die Uffizien in Florenz, der Louvre in Paris sowie die Staatlichen Museen zu Berlin. Nicht zuletzt bietet die große kulturhistorische Schau ihren Besuchern mit dem Einsatz verschiedener Medienstationen und einer eigens fü̈r die Ausstellung produzierten Multivision, die Gelegenheit, einzelne Themen zu vertiefen. Als digitale Projektionen treten sowohl die Protagonisten des Romans „Der Medicus“ als auch historische Persönlichkeiten der Medizingeschichte mit den Besuchern in den Dialog.

Um den Ausstellungsbesuchern einen leichteren Zugang zu den naturwissenschaftlich-medizinischen, wie auch kulturhistorischen Inhalten zu ermöglichen, hat die Klaus Tschira Stiftung insbesondere die innovative digitale Vermittlung gefördert. Am Eintrittspreis zur Ausstellung inbegriffen ist der Audioguide. Auf unterhaltsame Weise erfährt der Besucher beim Rundgang durch die Ausstellung alles Wissenswerte über die Geschichte der Medizin. Auch der berühmte Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen kommt dabei zu Wort. Ein eigens für Kinder konzipierter Audioguide führt an 15 Stationen zu ausgesuchten Exponaten durch die Ausstellung. „Medizingeschichte ist eines der ganz großen Menschheitsthemen. Kaum eine Sehnsucht beschäftigt die Menschen mehr als der Wunsch, Krankheit und Tod zu ü̈berwinden. Über die Jahrhunderte gab es immer wieder herausragende Persönlichkeiten, die sich auf den Weg gemacht haben, die Geheimnisse des Körpers, von Gesundheit und langem Leben zu ergrü̈nden. Unsere Ausstellung ‚Medicus. Die Macht des Wissens‘ wählt erstmals ü̈berhaupt diesen kulturgeschichtlichen Blickwinkel auf die Heilkunst und verfolgt deren Entwicklung ü̈ber fünf Jahrtausende“. So beschreibt Alexander Schubert, Leitender Direktor des Historischen Museums der Pfalz, das Credo der neuen Ausstellung. „Wir greifen in der Ausstellung existenzielle Grundfragen der Kultur- und der Medizingeschichte auf, die unversehens zu einer Reise durch die Jahrhunderte werden und die uns rund um das Mittelmeer fü̈hren. Wie bei den meisten unserer Ausstellungen ist auch bei der Medicus-Ausstellung das Konzept, der Inhalt und die Gestaltung durch das Museumsteam bis ins Detail geplant und realisiert worden.“ So Wolfgang Leitmeyer, wissenschaftlicher Kurator zur Ausstellungskonzeption. „Die Ausstellung nimmt vor allem die Menschen hinter der Medizin in den Blick. Um die komplexen Inhalte der Ausstellung auch anschaulich zu vermitteln, kommen Medienstationen zum Einsatz: Im Dialog mit den Besuchern wird das medizinische Wissen der jeweiligen Zeit und Kultur von historischen Akteuren und Romanfiguren dargestellt. So begegnen die Besucher einem Bader des Mittelalters ebenso wie einem ägyptischen Arzt oder lassen sich von Avicenna über die orientalische Medizin informieren.“ Sebastian Zanke, wissenschaftlicher Kurator über die “Begegnungen, die der Besucher in der Präsentation erleben wird.

Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Autor, Komiker, Moderator und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN, hat als kreative Berater die kulturhistorische Ausstellung unterstützt, das Vermittlungskonzept ergänzt und den Audioguide bereichert. So hat Hirschhausen weit mehr, als “nur” sein Wissen in die Ausstellung eingebracht: „Wieviel Verzauberung, Zuwendung und Menschlichkeit braucht die Medizin? Diese Frage ist hochaktuell. Ich freue mich, dass ich in diesem kreativen Team die Ausstellung vorbereiten konnte. Denn jedesmal, wenn man sich mit der Geschichte der Medizin beschäftigt, ist man umso froher im 21. Jahrhundert zu leben. Und so wie wir belächeln, was Menschen vor 500 Jahren gedacht haben, wird man in 500 Jahren uns belächeln. Oder schon früher...“